AIV- Studienreise nach Wien (vom 19. bis 22.09.2013)





Für die im zweijährigen Abstand stattfindende Studienreise des AIV-Magdeburg war diesmal ein Besuch der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) in Wien vorgesehen, natürlich mit einem "üppigen" touristischen Beiprogramm. Erster Höhepunkt der Donnerstag am frühen Morgen angetretenen Busfahrt war ein Mittagessen im berühmten Prager Kloster Strahov mit einem anschließenden geführten Rundgang durch die Stadtteile Altstadt und Neustadt. Für die meisten von uns war es ein freudiges Wiedererkennen dieser einmaligen Stadt, wobei die denkmalpflegerischen Leistungen der tschechischen Kollegen allgemein gelobt wurden. Die anschließende, extrem sanierungsbedürftige Autobahnstrecke bis Iglau wurde auch überwunden und dann ging es auf landschaftlich schöner Fernstraße bis zu unserem Hotel im Süden von Wien, im Stadtteil Vösendorf, wo wir am Abend, ermüdet von der langen Reise, eintrafen.




Am Freitagmorgen gab es dann eine "Geschlechtertrennung"- der männliche Teil der Reiseteilnehmer stieg beim ASFINAG-Service Wien in der Klingerstraße aus dem Bus und die Damen fuhren weiter zum "Damenprogramm" (Hofreitschule, Kaffeehaus, Stadtspaziergang). Die Besichtigung in der ASFINAG hatte unser Vorstandsmitglied Klaus Fricke sorgfältig vorbereitet, das Thema abgestimmt und dann kam es doch ganz anders – der angekündigte Mitarbeiter, der uns die Aufgaben, die Struktur, die Finanzierung, die strategische Ausrichtung usw. erläutern sollte, d.h. eine Gesamtdarstellung der ASFINAG für unser Verständnis, war auf Grund irgendeines Ereignisses nicht verfügbar. Dankenswerterweise sprang dann ein junger Kollege für ihn ein, der über sein Spezialgebiet, die Verkehrssteuerung im Bereich Wien eine umfassenden videounterstützten Vortrag hielt und darüber hinaus auch die ihm bekannten Einzelheiten über das Gesamtunternehmen mitteilte. Interessant war bereits beim Eintritt die Sicht auf die riesige Bildschirmwandwand mit den 5 Mitarbeitern vor ihren Computeranlagen. Hier war allerdings nur ein Ausschnitt der für Österreich insgesamt verfügbaren 15000 Kamerabilder sichtbar. Allein die dazugehörige riesige Datenmenge ist ein Grund dafür, dass es mehrere ASFINAG-Servicebereiche für die ca. 2100 km Autobahnstrecke in Österreich (zum Vergleich: Deutschland ca.12900 km) gibt. Die ASFINAG ist verantwortlich für die Planung, die Finanzierung, den Ausbau, die Erhaltung, den Betrieb und das Mautsystem, dessen Einnahmen ihr zukommen. Sie gehört zu 100% der Republik Österreich und muss ihren Betrieb allein aus den Mauteinnahmen finanzieren. Verwundert zeigte sich der Vortragende an dieser Stelle über unsere Frage nach der Höhe seiner jährlichen Kfz.-Steuer – er braucht keine zu zahlen! Hier wird der Bürger direkt für die Benutzung der Autobahn zur Kasse gebeten, für Personenfahrzeuge und leichte Lkw mittels der Vignette(zeitabhängig), für schwerere Fahrzeuge mittels der Go-Box (fahrleistungsabhängig) und mit diesem Geld finanziert sich die Autobahn quasi selbst, ein System, dass zumindest eine Überlegung wert ist. Doch nun wieder zum Servicebereich: Die Vielzahl der Aufgaben, die hier zu abzuarbeiten sind, kann unter der Überschrift Verkehrstelematik weitestgehend zusammengefasst werden. Die gewonnenen Daten sollen dazu dienen den Verkehr insgesamt zu optimieren, d.h. eine höhere Sicherheit zu erreichen, optimale Fahrzeiten zu erzielen, aber auch Umweltschäden zu vermindern und nicht zuletzt ökonomische Effekte zu erzielen, z.B. durch Verringerung von Unfall- und Staukosten. Dies geschieht direkt durch Verkehrsbeeinflussungsanlagen, aber auch durch vielfältige Verkehrsinformationen über die Medien. Es wurden Begriffe, wie Punkt-, Linien- und Netzsteuerung genannt, Fahrzeugzählungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, LKW-Überholverbote und vieles andere mehr, so dass die Zeit dann doch wie im Flug verging. Hier sei nochmals dem Mitarbeiter gedankt, der mit seinem lebendigen Vortrag "in die Bresche sprang" und damit unsere Enttäuschung über den Ausfall des ursprünglichen Themas dann doch sehr in Grenzen hielt.



Nachmittags stand dann im kulturellen Teil eine über zweistündige, sehr interessante Besichtigung von Schloss und Park Schönbrunn an und der Tag endete mit einem Essen in dem bekannten Augustinerkeller. Erwähnt werden muss an dieser Stelle, dass die Busfahrten zwischen den einzelnen Programmstationen mit vielen Informationen unseres engagierten und kenntnisreichen örtlichen Reiseleiters jeweils in kleine Stadtrundfahrten verwandelt wurden.

Am Sonnabendvormittag gab es dann die große Stadtrundfahrt, die uns über die Donau bis nach Klosterneuburg führte, wo wir vom Kahlenberg weite Aussichten über die Stadt Wien und die Umgebung genießen konnten. Zurück ging es danach über die verschiedenen "Kais" und "Ringe" in die Innenstadt mit ihren Prachtbauten der Kaiserzeit bzw. den Bauten der Sezessionisten. Nach einem geführten Rundgang durch wesentliche Bereiche des Kunsthistorischen Museums ging es am frühen Abend mit dem Bus nach Neustift am Walde zum "Heurigen". Mit dieser ausgesprochen amüsanten und gemütlichen Veranstaltung endete unser Aufenthalt in Wien. Am Sonntag ging es dann auf die lange, aber entspannte Heimreise, diesmal über deutsche Autobahnen.



Wieder einmal war es dem Reiseteam des AIV-Magdeburg, bestehend aus den Vorstandsmitgliedern Horst Dettmar, Klaus Fricke und Bodo Wenke in Verbindung mit dem Magdeburger Reisebüro Jalan Jalan Travel, gelungen eine interessante und gut abgestimmte Studienreise zu organisieren. Ihnen gebührt der Dank der Reiseteilnehmer, gleichermaßen auch den freundlichen Busfahrern und unserem stets einsatzbereiten Wiener Stadtführer.


Erich Deutschmann