AIV-Treff 19.3.2014 - Besichtigung INTELLI-Mini-Blockheizkraftwerk



Für die Erläuterung und Besichtigung einer besonderen technischen Anlage traf sich ein Kreis interessierter AIV-Mitglieder bei der Firma intelli GmbH im Technologiepark Ostfalen der Gemeinde Barleben, unmittelbar hinter der Grenze zu Magdeburg.
Heiko Sasse, geschäftsführender Gesellschafter der intelli production gab zuerst einen Überblick über eine moderne Ingenieurgesellschaft, die sich in einen Ingenieur- und einen Produktionsbereich aufgliedert und deren Schwerpunkt die Entwicklung und Fertigung von Antriebs-, Energie- und Umwelttechnik ist. Dem Kunden wird hierfür eine Bearbeitung auf der Basis modernster Datenverarbeitungsmethoden bis hin zur 3-D-Simulation angeboten. Neben den Zuarbeiten und Zulieferungen für große Konzerne, mit den bekannten Vor- und Nachteilen, wollte man sich ein weiteres "Standbein" schaffen. Und da nun die Energie eins der Hauptthemen unseres technischen Zeitalters ist, kam man auf den Gedanken, das allgemein bekannte industrielle "Blockheizkraftwerk", das auf dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung beruht, hinsichtlich einer Variante für den "Hausgebrauch" in jeder Richtung zu optimieren. Begründet wurde diese Zielrichtung mit einer Gesamtbetrachtung der derzeitigen Methoden zur Energieeinsparung und deren Grenzen. Genannt seien hier nur die Überlastung der vorhandenen Stromnetze, erhebliche Energieverluste bei langen Leitungen und die Probleme bei der Energiespeicherung. Hier wurde schließlich eine "Nische" für das intelli-Heimkraftwerk gefunden, das - direkt beim Verbraucher - mit höchstem Wirkungsgrad Strom und Wärme produziert. Beide Produkte sollen zuerst im eigenen Haus genutzt werden, was sich z.B. beim Stromkostenvergleich schon günstig auswirkt. Der nicht genutzte Strom kann dann in das Stromnetz eingespeist werden und bringt bares Geld. Dazu gibt es dann noch verschiedene Förderungen.



Mit fachkundiger Unterstützung seiner beiden Mitarbeiter erläuterte uns Heiko Sasse dann die Entstehungsgeschichte seines "Mikro-Blockheizkraft-Werkes", vom Beginn im Jahr 2005 bis zur Serienherstellung 2012, mit "allen Höhen und Tiefen" einer eigenständigen Produktentwicklung. Zuletzt kam dabei etwas Ordentliches zustande, allein, wenn man schon den Gesamtwirkungsgrad von ca. 90% betrachtet. Dies wurde eben durch die o.g. Optimierung der Komponenten der Anlage erreicht, sei es nun der sparsame einzylindrige Gasmotor, der mit den verschiedensten Gasarten betrieben werden kann, der leistungsfähige Generator, die wirkungsvolle Brennwert-Wärmeübertragung oder die moderne Steuerung. Es ging aber auch um weitere Faktoren, so z.B. den Umweltschutz, den Schallschutz, die lange Laufzeit des Motors und der sonstigen Verschleißteile, die großen Wartungsintervalle und nicht zuletzt eine einfache Benutzung, eben für den "Hausgebrauch".

Das alles wurde von Heiko Sasse und seinen beiden sachkundigen Mitarbeitern vorgetragen, allerdings nicht in einer rhetorischen "Einbahnstraße" sondern von Anfang an in einer offenen Diskussion, an der sich die AIV-Mitglieder rege beteiligten. Danach war man gespannt auf den praktischen Teil, der erst in die Heizzentrale des Bürogebäudes führte, wo man ein "intelli Heimkraftwerk" in Betrieb erleben konnte. Es war weder laut, noch zu warm, noch gab es irgendwelche Erschütterungen, im Prinzip sahen wir ein normales Haushaltsgerät (wie ein Waschautomat), das man ohne Bedenken unter seinem Schlafzimmer aufstellen könnte. Interessant wurde es dann, als wir im Prüfstand das Innere des kleinen Kraftwerks sehen konnten. Es waren alle Komponenten klar erkennbar, man konnte die Geräusche ohne Verkleidung hören, vor allem interessierte der Motor - er klang wie ein kleiner, sanfter Lanz-Bulldog. Das sprach nicht nur den Energiesparer an, das erweckte sicher bei manchem technisch interessierten Hausbesitzer auch den Gedanken, sich mit einem weiteren Autarkie versprechenden "Haushaltsgerät" auszustatten, aber das will überlegt sein – es muss für das Haus passen. Auf jeden Fall ist hier ein gutes, selbst entwickeltes und hergestelltes Produkt, vorwiegend aus regionalen Komponenten zusammengesetzt, entstanden. Da kann man der intelli GmbH mit ihrem Geschäftsführer Heiko Sasse und seinen Mitarbeitern nur noch wünschen, dass ihr intelli Heimkraftwerk die Verbreitung findet, die es sich verdient hat. Mit einem herzlichen Dankeschön an die Veranstalter, das auch unserem Vereinsmitglied Klaus Fricke galt, der diese Veranstaltung für den AIV organisierte, ging damit wieder ein interessanter AIV-Treff zu Ende.

Erich Deutschmann