Pressemitteilung
MAIP 2010










Magdeburger Architekten- und Ingenieurpreis für das Bauwerk des Jahres 2010
Niederschrift über die Jurysitzung am
13.09.2011

Preisverleihung des Magdeburger Architekten – und Ingenieurpreises
BAUWERK DES JAHRES 2010 – 22.November 2011,
17 Uhr im "Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt"
Brückstr. 2, 39114 Magdeburg

Als Bauwerk des Jahres 2010 wurden ausgezeichnet:
  • "Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt", Brückstraße (Kategorie Altbauerneuerung)
  • "Villa M", Zollstraße (Kategorie Neubau)
Mit jeweils einer lobenden Anerkennung wurden bedacht:
  • "Dienstleistungsgebäude regiocom", Marienstraße (Kategorie Altbauerneuerung)
  • "Lofthaus Buckau", Dorotheenstraße (Kategorie Altbauerneuerung)


Einleitend begrüßte die Leiterin des Landeshauptarchivs Frau Prof. Dr. Höroldt die Gäste und gab ihrer Freude und Dankbarkeit über ihr modernes und großzügig gestaltetes Dienstgebäude Ausdruck, wobei sie neben den am Bau Beteiligten auch die Leistungen ihrer fleißigen Mitarbeiter beim Zusammenzug aus verschiedenen Außenstellen und bei der Neueinrichtung würdigte.

Das Auditorium Ausstellung historischer Bauakten  
Das Auditorium Ausstellung historischer Bauakten  

Sie wies sie zugleich auf die zwei interessanten Ausstellungen im Saal zur Information der Gäste über die Arbeit des Archivs und damit auch über dessen Bedeutung hin. Eigens für diese Preisverleihung wurden historische Baupläne und Bauakten bedeutender Gebäude Sachsen-Anhalts in Wand– und Tischvitrinen präsentiert.

Heinz Karl Prottengeier, Thomas Webel, Joan-Schlieker, Joachim-Geray, Planergruppe Martin  
Heinz Karl Prottengeier, Thomas Webel,
Dr. Dieter Scheidemann
Joan Schlieker, Joachim Geray, Planergruppe Martin  
Danach erfolgte die Begrüßung durch den 1.Vorsitzenden des AIV-Magdeburg Heinz Karl Prottengeier, wobei er sich besonders erfreut über die Anwesenheit des Ministers für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt Thomas Webel zeigte, der damit die Tradition der Verbundenheit seines Amtsvorgängers Dr. Karl-Heinz Daehre mit dem AIV-Magdeburg fortsetzt. Er nutzte dabei die Gelegenheit, auf die Geschichte des AIV und seine Bedeutung für die Stadt Magdeburg und die Region hinzuweisen und, als Werbung in eigener Sache, dass für dessen Aufgabenbereich immer wieder neue, vor allem junge, Mitglieder erforderlich sind. Ein besonderer Gruß galt auch der Vizepräsidentin der Architektenkammer Sachsen-Anhalt Carla Hoffmeister, die hier zugleich die Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt vertrat, denen sich der AIV-Magdeburg besonders verbunden fühlt. Gleichermaßen wurde der Vertreter der Stadt Magdeburg, der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Dr.Dieter Scheidemann, der als AIV-Mitglied maßgeblich an der Vorbereitung der diesjährigen Preisverleihung beteiligt war, begrüßt. Einen herzlichen Dank des AIV richtete Heinz Karl Prottengeier an die Sponsoren des AIV - SWM, MVB und GETEC, ohne deren tatkräftige Unterstützung der AIV einen Architekten- und Ingenieurpreis nicht vergeben könnte. Erwähnt sei an dieser Stelle das Interesse der Sponsoren, deren Geschäftsführer an der an der Jurysitzung höchstpersönlich teilnahmen. Auch die AIV-Mitglieder, die an der Vorbereitung des Preises mitgewirkt hatten, namentlich Dr. Ullrich Querfurt, wurden mit einem Dank des 1.Vorsitzenden des AIV bedacht.

Jürgen Canehl, Dirk Pfeiffer, Brigitte Lindner-Canehl    
Jürgen Canehl, Dirk Pfeiffer, Brigitte Lindner-Canehl    

Es folgte das mit Beifall bedachte Grußwort des Ministers für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt Thomas Webel, der mit einem Dank an den AIV-Magdeburg, verbunden mit Hinweisen auf dessen Verdienste um den Berufsstand der Architekten und Ingenieure und dessen Bedeutung für die Förderung der Baukultur, seine Ausführungen begann. Ganz im Sinne des AIV forderte er Qualität, hohe Ästhetik und Nachhaltigkeit der Baumaßnahmen. Beifällig wurde auch seine Forderung nach mehr Wettbewerben und mehr Zusammenwirken von Architekten und Ingenieuren aufgenommen. Die Bedeutung von mehr Investitionen im Land, hier auch für die Bauwirtschaft, wurde von ihm thematisiert. Mit Freude vernahmen die Gäste dann noch die Ankündigung des Termins für den 1.Spatenstich zur die Nordverlängerung der Autobahn A14, verbunden mit der Information, dass die hierfür erforderlichen Fördermittel und deren Kofinanzierung durch das Land gesichert sind.

Nach einem interessanten Grußwort von Dr. Dieter Scheidemann, in dem er auch über die Arbeit der Jury bei der Preisermittlung berichtete, begann die von den Bauherren und den Planungsbeteiligten sicherlich freudig erwartete Preisverteilung.

Die Verleihung wurde von Minister Webel und dem Beigeordneten Dr. Scheidemann vorgenommen. Wie im Vorjahr gab es wieder gerahmte Urkunden für die Bauherren und die an der Planung beteiligten Architekten- und Ingenieurbüros, sowie jeweils eine künstlerisch gestaltete Plakette für die Bauherren mit der Inschrift „Magdeburger Architekten- und Ingenieurpreis 2010“ zur sichtbaren Anbringung an ihren ausgezeichneten Gebäuden. Neu war die Ausreichung von Urkunden mit einer lobenden Anerkennung für die Bauherren und die Architektenbüros von zwei zusätzlich ausgewählten Vorhaben.

Für das "Landeshauptarchiv" nahm als Vertreter des Bauherrn "Landesbaubetrieb Sachsen-Anhalt" dessen Leiter Falko Balzer die Urkunde und die Plakette entgegen. Urkunden wurden an Alf Furkert vom Dresdener Architekturbüro "Architekten Hänel, Furkert, Zimmermann“ und die genannten Vertreter der Fachplaner übergeben. Für die "Villa M" erhielt der Bauherr Heiko Mannel eine Die UrkundeUrkunde und die Plakette. Eine Urkunde erhielten der Architekt Andreas Weinert vom gleichnamigen Architekturbüro, sowie die Vertreter beteiligten Ingenieurbüros.

Für die ausgesprochene Anerkennung erhielten die Urkunden: Joan Schlieker für den Bauherren des "Dienstleistungsgebäudes regiocom", die "Regiocom GmbH" und Joachim Geray von der "Planergruppe Martin" für die Planung. Für den Bauherrn des "Lofthauses Buckau" die "Lofthaus Buckau OHG" nahm Jürgen Canehl die Urkunde mit der Anerkennung entgegen, die Urkunde für die Planung erhielten Brigitte Lindner-Canehl und Dirk Pfeiffer.

Es folgte eine Kurzvorstellung der mit dem Preis ausgezeichneten Vorhaben durch die Bauherren und die Planer. Den Anfang machten hier für die Bauherrenschaft des "Landeshauptarchivs" Baudirektor Uwe Langkammer und danach für die Planer Norbert Zimmermann vom Dresdner Architekturbüro. Es war eine schwierige und zeitraubende Aufgabe, die in enger Zusammenarbeit zwischen Landesbaubetrieb, genannt wurde hier besonders Frau Weithase als örtliche Bauleiterin, und den beauftragten Planern gelöst werden musste. Schließlich sollte ein, schon mit erheblichen Baumängeln aus der Entstehungszeit, behaftetes Gebäude einerseits für die komplizierten Forderungen einer Verwaltung und Archivierung einmaliger historischer Urkunden und andererseits für die Beibehaltung bzw. Wiederherstellung des Denkmalcharakters eines historischen Kasernengebäudes fit gemacht werden. Dafür musste die fehlende Tragfähigkeit des Baugrundes mit Hilfe von Bohrpfählen nachträglich geschaffen werden, ehe sämtliche Decken des Altbaues durch neue, den Belastungsanforderungen der Nutzung angepasste Konstruktionen ersetzt werden konnten. Die nicht ausreichende Wärmedämmung der Fassaden musste durch eine speziell berechnete Innendämmung und Spezialfenster, die gleichzeitig einen erhöhten Schallschutz beinhalteten, kompensiert werden. Aber auch der Neubau des zugehörigen Magazingebäudes stellte die Planer vor hohe Anforderungen, die hier mit innovativen Lösungen z.B. auf den Gebieten des Brandschutzes und der Klimatisierung (u.a. passive Feuchtigkeitsregelung durch Speicherkonstruktionen) auch im Sinn einer energetischen Nachhaltigkeit erfüllt wurden. Unbedingt erwähnt werden muss auch die feinfühlige Handhabung der Aufgabe "Kunst am Bau" durch Christine Bergmann, die hierfür, glücklicherweise, auch einen großzügigen Auftraggeber hatte.

Der Bauherr der "Villa M" Heiko Mannel schilderte dann sehr lebendig die Entstehung des Bauwerks, beginnend mit seiner Idealvorstellung, über die Schwierigkeiten bei der Planerfindung bis hin zu dem Glücksfall, einen jungen, kreativen und für seine Idee offenen Planer gefunden zu haben, der dann, in enger Zusammenarbeit mit ihm, ein unverwechselbares Bauwerk von hoher gestalterischer Qualität, in offensichtlich gleitender Planung konzipierte. Er vergaß dabei auch nicht, die Kreativität guter Handwerker zu würdigen, die fähig sind, auf operative Anforderungen schnell und in hoher Qualität zu reagieren. Der junge Magdeburger Architekt Andreas Weinert beschrieb danach sein Herangehen an diese außergewöhnliche Planungs- und Bauaufgabe, die er „wie ein Schiff“ konzipiert habe, „von innen nach außen gebaut“ – ein durchaus interessanter Vergleich! Nicht nur die Gestaltung sehend, hat er das Gebäude auch nachhaltig mit Wärmepumpe und einer passiven Kühlung versehen lassen. Mit der Planung und Realisierung dieses für Magdeburg bisher wohl einzigartigen Bauwerks hat sich Andreas Weinert einen Namen geschaffen, der in Zukunft bei der Planung anspruchsvoller Bauaufgaben durchaus zu beachten ist.

Preis an Balzer Landesbaubetrieb Preis an Christine Bergmann Preis an Heiko Mannel
Preis an Balzer Landesbaubetrieb Preis an Christine Bergmann Preis an Heiko Mannel

Damit endete der offizielle Teil, der glanzvoll verlaufenen Verleihung des "Magdeburger Architekten- und Ingenieurpreises". Aus den Redebeiträgen, die zum Teil auch recht humorvoll gehalten waren, konnte man das hohe Ansehen heraushören, das dieser, mittlerweile zur festen Tradition gewordene Preis, im Baugeschehen der Stadt Magdeburg und der Region genießt. Eine anspruchsvolle, arbeitsaufwändige, aber angenehme Aufgabe im Jahresplan des AIV-Magdeburg wurde zum großen Erfolg. Man konnte sich nun entspannt dem feinen Buffet widmen, interessante Gespräche unter Kollegen führen - und wer bisher an keiner der öffentlichen Führungen durch das Landeshauptarchiv teilnehmen konnte, durfte zwischendurch an einer dankenswerterweise von der Leiterin Prof.Dr.Höroldt angebotenen Sonderführung durch das Gebäude teilnehmen.

Nun darf man schon gespannt darauf sein, welche besonderen und preiswürdigen Bauleistungen für das Jahr 2011 ausgewählt werden.


Erich Deutschmann



Beteiligte:
Der Einladung des AIV - Architekten- und Ingenieurverein zu Magdeburg von 1876 e. V., ausgesprochen durch den 1.Vorsitzenden Heinz Karl Prottengeier, folgten diesmal der Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt Thomas Webel, der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr der Stadt Magdeburg Dr.Dieter Scheidemann - AIV Mitglied, sein Amtsvorgänger Werner Kaleschky – 2.Vorsitzender des AIV-Magdeburg, die Vizepräsidentin der Architektenkammer Sachsen-Anhalt Carla Hoffmeister, die auch für die Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt anwesend war, der Geschäftsführer des Landesbaubetriebes Sachsen-Anhalt Falko Balzer mit dem Leiter der Niederlassung Mitte Baudirektor Uwe Langkammer, für den Landesbaubetrieb als Bauherrn des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt, die Leiterin des Landeshauptarchivs Prof.Dr.Ulrike Höroldt, als Hausherrin, der Bauherr der Villa M Heiko Mannel, der Bauherr des Dienstleistungsgebäudes regiocom Joan Schlieker, der Bauherr des Lofthauses Buckau Jürgen Canehl, die Planer des Landeshauptarchivs: Alf Furkert – Architekten Hänel, Furkert, Zimmermann- Dresden, Jochen Simon – Ingenieurbüro Simon Gmbh, Jörg Hagen – IGT Ingenieurgesellschaft mbH, Holm Pfützenreuter – KLS Ingenieurgesellschaft mbH, Christa Koch – Hyder Consulting, Acerplan, Bauphysik – Andreas Wilke, Kunst am Bau – Christine Bergmann, die Planer der Villa M: Architekturbüro AW – Andreas Weinert-Magdeburg, Ingenieurbüro Rewinkel und Wösner – Jörg-Peter Rewinkel, Ingenieurbüro Kowalewski und Gerike – Serge Kowalewski, Ingenieurbüro Pelan – Kay Eversmann, die Planer des Dienstleistungsgebäudes regiocom: Planergruppe Martin – Joachim Geray, die Planer des Lofthauses Buckau: Lindner + Canehl Bau- und Betreuungs GmbH – Brigitte Lindner-Canehl und Dirk Pfeiffer, sowie weitere Mitarbeiter der Bauherren und der Planungsbüros und mehrere AIV-Mitglieder.